Interview mit dem Referenten für Senioren - Wolfgang Block

wolfgang blockFrank Neumann - Das neue Präsidium des Schachbundes NRW ist gewählt und ihm gehören wie bislang die Referenten an. Für den Bereich der Senioren ist Wolfgang Block seit einigen Jahren erster Ansprechpartner. Dieser Zielgruppe gehören inzwischen über 7.000 Mitglieder im Schachbund NRW an, wobei die Bezeichnung „Senior“ nach internationalen Bestimmungen bereits ab 50 Jahren gilt. Hier verbinden sich Erfahrung und Tradition zu einer vergleichsweise immer noch beträchtlichen Spielstärke, was den besonderen Reiz des Seniorenschachs ausmacht. Gleichzeitig findet aktuell kein Spielbetrieb statt, verstärkt sich der Trend zu digitalen Angeboten, was zu Veränderungen in den Vereinen führt. Fehlende Turnierveranstaltungen führen zudem – neben den geltenden Abstandsregelungen – zu zusätzlichen Einschränkungen sozialer Kontakte. Genug Stoff also für ein Gespräch mit Wolfgang Block über seine Ziele, sein Engagement und seinen Plan für die nächsten zwei Jahre seiner Amtszeit.

Frage: Wolfgang, zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zur Wiederwahl. Warum liegen Dir gerade die Senioren besonders am Herzen? Welche Bedeutung hat Schach für diesen Personenkreis?

Schach ist bekanntermaßen Training fürs Gehirn, es kann damit Alzheimer / Demenz vorbeugen. Und die Zielgruppe wird immer grösser, umso wichtiger sind entsprechende Angebote.

Frage: Du bist seit einigen Jahren für den Schachsport stark engagiert. Wie alt bist Du, seit wann spielst Du Schach und für welchen Verein trittst Du an?

Ich bin Jahrgang 1956 und habe letztlich durch den WM-Kampf Fischer – Spassky zum Schachsport gefunden, für heutige Verhältnisse natürlich viel zu spät. Nach studien- bzw. berufsbedingten Stationen in fünf verschiedenen Bundesländern (und entsprechend vielen Vereinen) lebe ich seit 1994 in Kerpen. Mein Verein ist seit kurzem der SV Dormagen, ich warte sehnsüchtig auf erste Mannschaftseinsätze am Brett.

Frage: Du bist zugleich auch Referent für Seniorenschach im Deutschen Schachbund. Hierdurch hast Du sicher einen guten Überblick über die Aktivitäten im Bundesgebiet, vielleicht sogar international? Welche Trends siehst Du in diesem Zusammenhang?

Die Antwort hierauf gebe ich mal bis zum Zeitpunkt vor Beginn der Corona-Pandemie. Die Anzahl der Seniorenturniere war weiter ansteigend, fast jeder Schachverband in Deutschland bietet offene Senioreneinzelmeisterschaften an, zusätzlich gibt es Turniere von privaten Veranstaltern. Überregional gibt es Europa- und Weltmeisterschaften, die ebenfalls offen sind, also ohne eine notwendige Qualifikation.

Die Verbindung von Urlaub und Schach spricht die Senioren an, also attraktive Orte in Urlaubsgegenden mit guten Hotelangeboten, in der Regel wird nur eine Runde am Tag gespielt, sodass genügend Zeit für Freizeitaktivitäten bleibt. Viele sind dann auch mit ihren nicht schachspielenden Partnern unterwegs.

Auch das Wiedertreffen und das Zusammensein mit Schachfreunden ist ein wichtiger Pluspunkt für die Seniorenturniere.

Die von der FIDE vor rund 10 Jahren eingeführten Altersklassen im Seniorenbereich 50+ und 65+ war nicht unbedingt das, was in Deutschland auf Gegenliebe gestossen war. Aber wenn International in diesen Gruppen gespielt wird, können wir uns da nicht ausschliessen.

Frage: Kommen wir zum Schachland NRW. Was sind Deine Themenschwerpunkte?

Hier kann ich auf unsere Absprache im gesamten Präsidium verweisen. In meiner neuen Amtszeit ist das zunächst die allgemeine Förderung von Senioren-Schach als Gesundheits- und Breitensport. Natürlich will ich die Öffentlichkeitsarbeit verstärken, damit möglichst viele Angebote breit bekannt werden und die Wahrnehmung dieser wichtigen Zielgruppe in der Öffentlichkeit verstärkt wird.

Frage: Du hast im Zusammenhang mit den Planungen nach der Pandemie bereits eine tolle Idee entwickelt – erzähle uns einmal von Deinem Vorhaben.

Gerade für die Zeit, wenn wir die Phase der Versammlungs- und Veranstaltungsverbote überstanden haben und es wieder zu einem normalen Vereinsleben kommen kann, ist es wichtig, die am Schach interessierten wieder „abzuholen“, mit interessanten Angeboten. Hier wollen wir ansetzen und die Vereine auffordern, vor Ort aktiv zu werden. In Zusammenarbeit mit Stadt- oder Kreissportbünden, mit Kirchen oder anderen Trägern sozialer Einrichtungen sollen Initiativen im Seniorenschach entwickelt werden. Dies kann sowohl das Wiederaufleben von bereits existierenden Angeboten sein, als auch komplett neue Aktionen.

Über diese Veranstaltungen sollen die Vereine dann berichten, es wird auf der Homepage des Schachbundes NRW darüber informiert. Geplant ist ein Wettbewerb „Aktiv für und mit Senioren“ sowie die Einberufung einer Jury, die dann die besten Vereinsangebote und Veranstaltungen prämiert.

Alle Berichte können ab sofort an meine Email-Adresse  Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! gesendet werden.

Wolfgang, wir danken Dir für das Gespräch und wünschen viel Erfolg!